08.11.2013

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Neustart nach Insolvenz

Nachdem die Holzfachschule Bad Wildungen Anfang 2012 in Schieflage geraten war, hatte der hessische Tischlerverband Mitte 2012 die Schule übernommen. Unter der neuen Trägerschaft hat die Schule einen Neustart gemacht – mit Auswirkungen auf den Bereich Modell- und Formenbau. Mit einer fast hundertprozentigen Modernisierung des Maschinenparks hat die Bundesfachschule für Modell- und Formenbau einen entscheidenden Schritt nach vorn gemacht.


 


Bei der Modernisierungsmaßnahme der Bundesfachschule Modell- und Formenbau wurden Maschinen im Gesamtwert von über 1,3 Mio. Euro ausgetauscht. Diese Summe wurde zu 90 % von Bund und Land Hessen getragen, während ein Eigenanteil von 10 % von der Schule aufgebracht werden muss.

Für konventionelle Arbeiten stehen nun hochmoderne Maschinen für die überbetrieblichen Lehrgänge zur Verfügung. Neben vier Breitbandschleifern können die Auszubildenden an drei Profilbandschleifern, zwei oszillierenden Walzenschleifmaschinen und einer Scheibenschleifmaschine lernen und arbeiten. Mit den neuen Bandsägen verfügt die Schule nun mit den bereits ausgetauschten Kreissägen und den Abricht- und Dicktenhobeln über eine nach aktuellen Sicherheitsvorschriften ausgestattete Werkstatt.

Auch im Bereich Drehen und Fräsen wurde besonderer Wert auf die konventionelle Fertigung gelegt. Mit der FZ1 der F. Zimmermann GmbH, Denkendorf, und der Picomax der Fehlmann AG, Seon, Schweiz, besitzt die Bundesfachschule die Möglichkeit, den Auszubildenden die Frästechnik von Grund auf zu vermitteln. Die alte Drehmaschine der Bundesfachschule wurde verkauft und durch zwei neue ersetzt. Eine kompakte Metalldrehmaschine von Weiler mit Leit- und Zugspindel rundet die Ausstattung für das Drehen nach oben ab, während eine klassische Modellbaudrehmaschine der Firma Imex mit ihren vielfältigen Möglichkeiten den höchsten Ansprüchen gerecht wird.

Die Erneuerung und Erweiterung des Maschinenparks für manuelle Tätigkeiten trägt einer Entwicklung in vielen Betrieben der Branche Rechnung, die aus Kosten- und Kapazitätsgründen viele manuelle Maschinen abschaffen. Dagegen gibt es in Bad Wildungen weiterhin die Möglichkeit, diese Tätigkeiten und Fähigkeiten ausgiebig zu schulen.

Für die Kunststoffverarbeitung wurde eine Vakuumgießanlage gekauft, die zusammen mit den beiden Temperöfen einen weiteren Einblick in die Verarbeitung von Flüssigpolymeren möglich macht. Abgerundet wird die Kunststoffsparte durch eine neue Thermoformanlage.

Die computerunterstützten Techniken wurden ebenfalls erneuert. So hat die Bundesfachschule neben einer NC-Fräse einen optischen Scanner der GOM GmbH, Braunschweig, der neuesten Generation angeschafft. Ein weiterer Computerraum wurde mit Computertechnik ausgestattet, die in Punkto Leistungsfähigkeit und Kapazität mit den aktuellen an der Schule eingesetzten Softwareprodukten kompatibel ist. Die Tebis AG, Martinsried/Planegg, unterstützte die Schule mit der Erstellung von Datenbanken und aktueller Netzwerkinstallation sowie der Virtualisierung der neuen NC-Maschine, sodass nun alle NC-Maschinen als virtuelle Maschinen in den Unterricht eingebunden werden können.

„Die Umrüstung auf die neuen Maschinen und Umbauten in den Werkstätten wurde in den vergangenen Monaten im laufenden Betrieb vorgenommen“, berichtet Carsten Fitzsching, Dozent an der Bundesfachschule für Modell- und Formenbau. Er lädt Firmeninhaber, Ausbilder und Interessierte der Branche ein, jederzeit die neuen Werkstätten zu besichtigen.

„Mit diesen Maschinen, haben wir ab sofort die Möglichkeit, unsere Leidenschaft für exzellente Qualität weiter umzusetzen. Unser herzlicher Dank geht an alle Firmen, die uns im Rahmen der Modernisierung zur Seite gestanden und tatkräftigt unterstützt haben.“

www.holzfachschule.de


 


 


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