13.11.2014

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Knüppel im Takt der Materialprüfung strahlen

Für die Buderus Edelstahl GmbH in Wetzlar entwickelte die Rösler Oberflächentechnik GmbH aus Untermerzbach die Knüppelstrahlanlage RKL 12-37/300. Sie gewährleistet nicht nur den Durchsatz von 60 m/min bei einem Strahlergebnis von SA 2,5, sondern ermöglicht auch hohe Einsparungen im Bereich Energie und Instandhaltungskosten im Vergleich zu bisher am Markt befindlichen Anlagenkonzepten. Nach dem Strahlen werden die Edelstahlknüppel mit einem Schenkelmaß bis 300 x 300 mm bei Buderus Edelstahl einer Riss- und Ultraschallprüfung unterzogen.


Die Taktzeit der Qualitätsanalyse war bei der Investition in eine neue Strahlanlage Maßgabe für den Durchsatz von 60 m/min. Gleichzeitig ist bei allen Knüppeln mit einem Teilegewicht zwischen 750 kg und 5 t sowie einem Ausgangszustand von Rostgrad A beziehungsweise B ein Ergebnis von SA 2,5 prozesssicher zu erzielen. Entsprechend diesen Vorgaben konzipierte Rösler ein individuell an die Anforderungen angepasstes Strahlsystem, welches sich deutlich von den Konzepten des Wettbewerbs abhob und auch die schwierigen räumlichen Gegebenheiten, mit Pfeilern und Stützen vor Ort, berücksichtigte. Das Besondere der Anlage von Buderus Edelstahl ist die Ausstattung mit zwei getrennt voneinander arbeitenden Strahlkammern. Sie bestehen aus widerstandsfähigem Manganstahl und sind zusätzlich mit auswechselbaren Manganstahlplatten spaltfrei ausgekleidet. Sechs Rösler Long Life Hochleistungsturbinen sind ringförmig an jeder der beiden Strahlkammern angebracht. Die per 3-D-Simulation ermittelte Positionierung der Turbinen gewährleistet bei allen Knüppelformen eine optimale allseitige Bearbeitung. Die spezifischen Strahlprogramme und -parameter sind in der Anlagensteuerung hinterlegt und werden automatisch ausgewählt. Dieses Zwei-Kammer-Konzept ermöglicht Buderus Edelstahl Knüppel bis zu einem Schenkelmaß von rund 150 mm (ca. 70 % des Produktspektrums) in einer Kammer mit sechs Turbinen zu strahlen. Größere Werkstücke durchlaufen anschließend die zweite Strahlkammer, die sich automatisch zuschaltet. Gegenüber herkömmlichen Anlagen, bei denen unabhängig von den Knüppeldimensionen immer alle zwölf Turbinen strahlen, reduziert diese Lösung nicht nur den Verschleiß, sondern auch den Strahlmittel- und Energiebedarf erheblich. Ein weiterer Pluspunkt sind die Turbinen selbst. Im Falle herkömmlicher Turbinentypen ist eine Antriebsleistung von jeweils 45 kW zur Realisierung dieses Strahlprozesses erforderlich. Bei der RKL von Buderus Edelstahl konnte die Leistung mittels Rösler Long Life Hochleistungsturbinen Gamma 520 auf nur 37 kW reduziert werden. Verantwortlich für den höheren Wirkungsgrad der konkurrenzlosen Turbinen ist die spezielle konkave Form der Wurfschaufeln, welche eine höhere Abwurfgeschwindigkeit bzw. höheren Strahlmitteldurchsatz bei reduzierter Turbinendrehzahl ermöglicht. Das Resultat ist ein deutlich schneller erreichtes Strahlergebnis oder eine massive Energieeinsparung. Durch die bis zu 16-fach längere Standzeit der Long Life Turbinen aus hochwertigem Hartmetall verringert sich darüber hinaus der Wartungsaufwand, was zu einer höheren Anlagenverfügbarkeit und deutlich geringeren Instandhaltungskosten führt.

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