03.07.2014

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Investition in den Abbau schwerer Handarbeit

Die Ortrander Eisenhütte GmbH, Ortrand, investiert weiter in die Modernisierung ihrer Produktion. Jetzt nimmt sie etwa 160 000 Euro in die Hand, um Mitarbeiter von körperlich schwerer Arbeit zu entlasten. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) gab Ende Mai den Startschuss. Mit den Worten „die Mauer muss weg“ griff Woidke zum Vorschlaghammer und riss  die Mauer zum Lese- und Sortierförderer ein. Die eigentlichen Umbauarbeiten können jetzt beginnen. Auf dem breiten Förderband kommen die gegossenen Teile an. Doch sie sind noch fest mit dem Gießsystem verbunden. Die Männer am Band müssen die fast fertigen Produkte davon trennen. Das geht bisher nur von Hand und mit reichlich Muskelkraft. Der Fördererbereich wird nach Auskunft von Gießereileiter Jens Lehmann so umgebaut, dass beidseitig gearbeitet werden kann. Zusätzlich werden vier hydraulische Trennkeile im Wert von jeweils etwa 25 000 Euro hängend angebaut. Dadurch werde nicht nur die Arbeit leichter, sondern auch die Produktion flüssiger. Geschäftsführer Bernd H. Williams-Boock ist es nach eigener Aussage wichtig, dass auch in die Handarbeit investiert wird, ohne die nach wie vor kaum ein Mittelständler auskomme.


http://www.ortrander.de


Die Eisenhütte unternimmt im eigenen Interesse auch weiterhin große Anstrengungen bei der Personalentwicklung. Als der Geschäftsführer seinen Job vor etwa einem Jahrzehnt antrat, zählte die Führungsmannschaft aus Meistern, Kaufleuten und Ingenieuren bei 182 Beschäftigten zehn Köpfe, darunter eine Frau. Heute sind es bei mehr als 300 Mitarbeitern, einschließlich der elf Auszubildenden, sechs Frauen und 25 Männer. Die Eisenhütte habe sich nur durch die Erfahrungen der gestandenen und durch die neuen Kompetenzen der jüngeren Mitarbeiter so stabil und zukunftsfähig aufstellen und weiterentwickelt können.


Einer der Jüngeren ist Sven Piesker aus Lauchhammer. Als Leiter Qualitätssicherung ist der 33-Jährige für 45 Kollegen verantwortlich. Der Absolvent der Fachhochschule Lausitz in Senftenberg studierte Wirtschaftsingenieurwesen und hat 2008 mit nur einer Bewerbung eine Arbeit in der Heimat gefunden. Ihn reizte an der Ortrander Eisenhütte, schnell Verantwortung tragen und kreativ sein zu dürfen.


Mathias Krüger aus Cottbus hat die Hochschule in Senftenberg vor zehn Jahren verlassen. Der 35-Jährige baute in Ortrand den IT-Bereich auf. Er ist über einen Studienkollegen auf den Betrieb gestoßen, der damals seine Diplomarbeit geschrieben hat. Der Ministerpräsident begrüßt die gesuchte Nähe von Wirtschaft und Hochschulen ausdrücklich. Er sieht aber bei der Werbung der heimischen Unternehmen um den Fachkräftenachwuchs noch erhebliche Reserven. Die Eisenhütte ziehe sich viele Fachkräfte selbst heran und unterstütze deren Qualifizierungswünsche, so der Geschäftsführer.


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