18.12.2014

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Gießerei will Millionen investieren und Belegschaft verdoppeln

Noch zu Beginn des vergangenen Jahres sah es nach der Schließung der Gießerei aus. Jetzt sind neue Arbeitsplätze und Investitionen geplant. Annähernd 20 Mio. Euro sollen in den nächsten fünf Jahren in den Gießereistandort in Chemnitz fließen und die Belegschaft von derzeit 64 Beschäftigten auf etwa 120 vergrößert werden. Seit Juni 2014 wird in der Firma unter einer neuen Führung gearbeitet. Auch der Name des Unternehmens hat sich verändert. Aus der Ermafa-Guss Gesellschaft ist die Ermafa-Eisenwerke Gesellschaft geworden, die von Oswald Holtz und Axel Edlich geleitet wird.


Während der 60-jährige Gießerei-Ingenieur und gesellschaftsführende Geschäftsführer Holtz aus Mönchengladbach in Nordrhein-Westfalen stammt, ist der 54-jährige zweite Geschäftsführer und Ingenieur Edlich seit 1979 im Unternehmen und hatte vor seinem Studium alle Bereiche der Firma durchlaufen. Beide hatten sich für die Übernahme der zum Verkauf stehenden Ermafa-Gießerei entschieden, weil sie einerseits ein großes Potenzial im Unternehmen sehen, andererseits auch ein Ende der langen und inzwischen 100-jährigen Geschichte der Gießerei an diesem Standort nicht hinnehmen wollen. „Das Aus hätte uns zum Jahresende gedroht“, so Edlich, weil der bisherige Besitzer, die Firma Hörmann, nicht weiter auf diesem Produktionszweig aktiv bleiben wollte und das Werk zum Verkauf oder zur Schließung vorgesehen hatte.


Für Oswald Holtz, der sich inzwischen auch eine Wohnung in Chemnitz genommen hat, um vor Ort sein zu können, ging mit der Übernahme ein Wunsch in Erfüllung. "Ich wollte schon immer eine Gießerei und habe nach einer Möglichkeit wie dieser hier seit 1996 gesucht", so der Ingenieur.


Zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Ermafa-Gießerei, deren Hauptgebäude in Borna 1914 fertig gestellt war, erklärte Holtz der Belegschaft sowie ehemaligen Mitarbeitern die Zukunftspläne für die Firma. Der bisherige Ausstoß von 2500 t Gussteilen etwa für den Maschinenbau und die Kältetechnik, wie er 2013 erreicht wurde, soll in den nächsten drei bis fünf Jahren in der etwa 8000 m2 großen Halle auf 5000 t erhöht werden. „Dazu brauchen wir mehr Maschinen und auch einen zweiten Ofen", so Holtz. Zudem solle die Ausbildung von Lehrlingen, die unterbrochen war, im nächsten Jahr wieder beginnen. Etwa fünf Lehrlinge, vom Elektriker über den Former bis hin zum Kaufmann, wolle die Leitung ins Unternehmen holen. Im Plan stehen die Belieferung von Kunden wie das Werkzeugmaschinenbauunternehmen Niles Simmons aus Chemnitz. (Quelle: Freie Presse Chemnitz vom 14.10.2014, Uwe Rechtenbach)

www.ermafa-guss.de


 


 


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