27.11.2014

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Erste Bilanz nach dem Neustart

Gelungenes Comeback: Die Neugründung der ZPF GmbH, Siegelsbach, aus der zuvor insolventen ZPF-Gruppe hat sich bereits im ersten Jahr als Erfolg erwiesen. Die Auftragsbücher sind bis 2016 gut gefüllt und die Mitarbeiterzahl steigt. Der Spezialist für Aluminiumschmelzanlagen bildet sogar schon wieder aus und beteiligt sich an aktuellen Forschungsprojekten. Insgesamt 20 neue, große ZPF-Ofenanlagen werden bis Jahresende 2014 installiert sein, die ersten davon wurden im April 2014 fertiggestellt.


„Nachdem wir einige Absichtserklärungen in konkrete Beauftragungen umsetzen konnten, hatten wir von Beginn an eine gute Auslastung“, berichtet Prof. Hubertus Semrau, einer der Geschäftsführer der neuen ZPF. „Da aus der Insolvenz heraus aber keine Aufträge übernommen werden konnten, brauchten wir für die Produktion erstmal rund fünf Monate Anlaufzeit.“ Inzwischen wird wieder weltweit geliefert, etwa nach Indonesien und in die USA, wobei der Schwerpunkt auf Europa liegt, mit Auslieferungen nach Deutschland, Österreich, Italien, Polen, Slowenien und Tschechien.

Bis Ende des Jahres 2014 rechnet ZPF mit einem Gesamtumsatz von etwa zehn Mio. Euro. „Das übertrifft unseren Neustartplan um das Doppelte“, so Semrau. Mittlerweile werden dank der zahlreichen Aufträge und der verschlankten Firmenstruktur stabile Gewinne erwirtschaftet. Und auch für 2015 sind die Aussichten positiv: Ein Großauftrag mit acht Anlagen und mehrere Einzelaufträge sind fest gebucht. Außerdem erwartet der Ofenbauer erfahrungsgemäß im Nachgang der GIFA Mitte 2015 weitere Bestellungen, sodass der Betrieb voraussichtlich bis Ende 2016 ausgelastet sein wird. 

ZPF beschränkt sich dabei aber nicht nur auf die Fertigung der bewährten schadstoff- und verbrauchsarmen Schmelztechnik, sondern befasst sich auch bereits wieder mit der Forschung und Entwicklung neuer Lösungen. So wurden beispielsweise einige der Anlagen mit einer neuartigen und aufwendigen Technologie bezüglich des  Feuerfestmaterials ausgeliefert, die den Reinigungsaufwand deutlich reduziert und gleichzeitig die Standzeiten der Ofenauskleidung verlängert. Daneben engagiert sich das Unternehmen in einem Forschungsprojekt der Leibniz Universität Hannover und der TU Bergakademie Freiberg, das die Konstruktion einer widerstandsfähigen Sensorik zum Ziel hat. Mit dieser sollen die Brenner gezielter auf das Schmelzgut ausgerichtet werden, was schnellere Schmelzprozesse, eine höhere Brennstoffeffizienz und einen geringeren CO2-Ausstoß ermöglichen würde. Weitere Projekte befinden sich in der Beantragungsphase.

Dass dieses hohe Leistungspensum in Fertigung und Entwicklung so kurz nach der Neugründung gestemmt werden kann, ist vor allem darauf zurückzuführen, dass das wesentliche technische Stammpersonal, einschließlich Auszubildenden und Werkstudenten, am Standort Siegelsbach vollständig übernommen wurde. ZPF will sich weiter auf sein Kerngebiet konzentrieren. Dazu gehört es, die technische Belegschaft auszubauen, um der großen Nachfrage zu begegnen. Gesucht werden vor allem ausgebildete Mechatroniker, Steuerungs- und Elektrotechniker sowie Ingenieure für Steuerungs- sowie Produktions- und Fertigungstechnik. „Zusätzlich stellen wir auch Auszubildende beziehungsweise Werkstudenten für Mechatronik, Elektronik, Elektro-, Steuerungs- oder Fertigungstechnik ein“, so Semrau.

www.zpf-gmbh.de


 


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