30.10.2014

© Verlag Stahleisen GmbH

Energiepolitik, beste verfügbare Techniken und Arbeitsschutzthemen im Fokus

Zum nunmehr fünften Mal kamen am 30. September die Umwelt- und Arbeitsschutzexperten der Gießerei-Industrie zum Umwelttreff ihres Branchenverbandes zusammen. Die hohe Teilnehmerzahl zeigte, dass sich der Umwelttag des Bundesverbandes der Deutschen Gießerei-Industrie (BDG) als feste Größe zur Information über aktuelle und relevante Themen etabliert hat. Aber auch für persönliche Gespräche bietet die Veranstaltung reichlich Gelegenheit – ein Faktor, der in Zeiten der elektronischen Kommunikation nicht unterschätzt werden sollte.


Nachdem beim letzten Umwelttag in Würzburg energiebezogene Themen den wesentlichen Schwerpunkt gebildet hatten, standen diesmal wieder klassische Umwelt- und Arbeitsschutzinhalte im Vordergrund.

Gestartet wurde die Vortragsreihe dennoch mit einem ganz heißen Eisen – dem EEG und der besonderen Ausgleichsregelung. Der Vorsitzende des BDG-Umweltausschusses Klaus-Peter Knoll von CLAAS GUSS, Bielefeld, fasste es so zusammen: „Nach der Reform ist vor der Reform und so ganz ist die Kuh in Brüssel – Stichwort Beihilfeverfahren – noch nicht vom Eis. Die Auswirkungen der gesetzlichen Änderungen im EEG auf einige Gießerei- Unternehmen sind nicht unerheblich, teilweise sogar existenzbedrohend. Aus diesem Grunde ziehen wir den Hut davor, dass Herr Regierungsdirektor Krakowka vom BAfA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) unserer Einladung gefolgt ist und zu dem komplizierten Thema Stellung genommen hat.“

Mehrere Referate widmeten sich dem Aspekt der sogenannten besten verfügbaren Techniken. Diese dem effizientesten und fortschrittlichsten Entwicklungsstand entsprechenden Betriebsmethoden zur Reduzierung schädlicher Umweltauswirkungen stellen zukünftig das zentrale Steuerungselement des Anlagenzulassungsrechts dar. Die hierfür auf EU-Ebene entwickelten branchenspezifischen Merkblätter werden regelmäßig überarbeitet – die Revision des sogenannten BVT (Beste Verfügbare Techniken)-Merkblattes für die Gießerei-Industrie steht demnächst an. Zu diesem, für die Betreiber von Gießereien eminent wichtigen Prozess lieferte der zuständige Vertreter vom Umweltbundesamt Informationen aus erster Hand.

Die betriebliche Umsetzung des neuen, sehr ambitionierten Arbeitsplatzgrenzwertes für Staub bereitet selbst erfahrenen Praktikern ein gewisses Kopfzerbrechen. Hier brachte Herr Dr. Hebisch von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin Licht ins Dunkel und erläuterte Hintergründe und empfehlenswerte Maßnahmen zur Erreichung des festgesetzten Limits.

Ebenfalls heftig diskutiert wurde die neue ArbMedVV (Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge) – insbesondere hinsichtlich der vermeintlichen Unterbrechung des Informationsflusses zwischen Arzt und Arbeitgeber. Wie das zu verstehen und rechtssicher umzusetzen ist, legte Rita Janning vom Bundes-Arbeitsministerium dar.

Abgerundet wurde die Vortragsrunde durch einen hochinteressanten Beitrag zum Thema Notfallkommunikation bei Unfällen oder Umweltschäden sowie einen kurzen Überblick über die Tätigkeiten des BDG und des verbandseigenen Institutes für Gießereitechnik auf den Gebieten Forschung, Energie, Umwelt- und Arbeitsschutz.

Die Teilnehmer des Umwelttages äußerten sich sehr zufrieden mit den angebotenen Inhalten der Veranstaltung: „Wie immer sehr informativ und praxisnah. Rundum gelungen.“ – so das Fazit von Boris Seipp von der Mainzer Gießerei Römheld und Moelle.

www.bdguss.de


 


Der BDG-Umwelttag hat sich als festes Forum für die Branche etabliert. Foto: Bednareck


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