06.05.2014

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Aluminiumkonjunktur entwickelt sich positiv

Geschäftslage und -erwartung der deutschen Aluminiumindustrie verbessern sich. Nach einem konjunkturell schwachen 1. Halbjahr 2013 verbesserte sich die Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte. Aluminiumhütten, Halbzeughersteller und Aluminiumgießer konnten ihre Ausbringungsmenge steigern. Die Weiterverarbeiter und die Umschmelzwerke verzeichneten gegenüber dem Vorjahr eine rückläufige Produktion. Für das Jahr 2014 erwartet die Branche einen positiven Konjunkturverlauf. „Der Aluminiumeinsatz wird weltweit weiterhin kontinuierlich wachsen, auch und gerade in Deutschland. Dabei wird das Recycling eine wichtige Rolle spielen“, beschreibt Heinz-Peter Schlüter, Präsident des GDA Gesamtverband der Aluminiumindustrie, Düsseldorf, die mittelfristigen Aussichten seiner Branche.


„Aluminium ist Partner der Energiewende. Durch den anstehenden Ausbau von Stromnetzen und den Einsatz von erneuerbaren Energieträgern entsteht in Deutschland bis 2020 ein zusätzlicher Bedarf für Aluminium“, so Schlüter weiter. „Zudem tragen die Aluminiumhütten im Rahmen der Abschaltregelung maßgeblich zur Stabilisierung der Stromnetze bei.“

„In Deutschland wurde 2013 das Mengenniveau des Vorjahres zwar nicht in allen Produktsegmenten wieder erreicht. Bei den größten Produktgruppen Aluminiumhalbzeug und Aluminiumguss konnte die Ausbringungsmenge jedoch gesteigert werden“, ergänzt GDA-Geschäftsführer Christian Wellner. Dank des hohen Innovationspotenzials in Deutschland wird die Wettbewerbsfähigkeit der Aluminiumindustrie weiter zunehmen. Vor diesem Hintergrund sei die Branche für das Jahr 2014 optimistisch: „Für die kommenden Monate erwarten wir Wachstum in fast allen Marktsektoren und wir meinen, dass sich die Aluminiumkonjunktur in diesem Jahr gut entwickelt“, so Wellner. Die deutschen Aluminiumunternehmen sollten daher im Jahr 2014 das Produktionsniveau des Vorjahres übertreffen.

In Deutschland wurden im Jahr 2013 rund 492 400 t Hüttenaluminium und rund 597 400 t Umschmelzaluminium erzeugt. Die Produktion der Umschmelzwerke bildet dabei nur einen Teil des Recyclings in Deutschland ab. Neben der Produktion der Umschmelzwerke werden in Deutschland schätzungsweise 1,3 Mio. t direkt in den Formgießereien und in den Aluminiumhalbzeugwerken eingesetzt. Insgesamt kommen in Deutschland also rund 1,9 Mio. t Recyclingaluminium zum Einsatz.

Die Gesamtproduktion von Aluminiumguss betrug im Jahr 2013 insgesamt 882 700 t. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum entspricht dies einem Anstieg von 4,2 %. Die Betriebe produzieren Sandguss, Kokillenguss und Druckguss. Hauptabnehmer für Gussprodukte ist der Automobilsektor. Auch der Maschinenbau zählt zu den wichtigen Abnehmerbranchen.

„Die deutschen Aluminiumunternehmen werden in ihren wichtigen Zielmärkten weiterhin nachhaltiges Wachstum verzeichnen“, so Schlüter zu den mittelfristigen Aussichten seiner Branche. Die deutsche Aluminiumindustrie habe ihre Wettbewerbsfähigkeit in den letzten Jahren durch Modernisierungen und Restrukturierungen deutlich gesteigert. „So konnten unsere Unternehmen im Jahr 2013 in vielen Segmenten Marktanteile gewinnen.“ Viele Unternehmen hätten aus der letzten Rezession gelernt und können sich schneller und kosteneffizienter auf neue Situationen einstellen. Sie hätten zielgerichtet strategische Investitionen getätigt, die eine flexible Anpassung an die jeweilige Lage unterstützen.

Nach Ansicht von Wellner stehen die Vorzeichen für eine weitere Belebung der Aluminiumkonjunktur nicht schlecht. „Die bessere Auftragslage zum Jahresende 2013 und die stabile Situation Anfang 2014 sprechen für eine weitere Besserung der konjunkturellen Lage. Im Verkehrssektor wird weiterhin der Automobilbau dominieren, aber auch im Schiff- und Flugzeugbau und bei den Nahverkehrssystemen ist noch Wachstum zu erwarten. Auch die Märkte Bau und Verpackung werden sich weiter gut entwickeln“, so Wellner.

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