28.11.2013

© Verlag Stahleisen GmbH

3-D-Oberflächeninspektion

Ein innovatives Verfahren zur Qualitätsinspektion heißer Oberflächen wird erstmals industriell eingesetzt: Ein großer türkischer Stahlproduzent optimiert mit dem in Österreich entwickelten Verfahren die Produktion von hochgeschwindigkeitstauglichen Eisenbahnschienen. Das Verfahren dürfte sich auch für viele andere Anwendungen in der Metallindustrie eignen. Es beruht auf der Laserlichtschnitttechnologie, die das kontaktlose Prüfen noch heißer Oberflächen erlaubt. Fehler der Oberflächenstruktur werden somit frühzeitig im Produktionsprozess erkannt. Die in Echtzeit arbeitende Technologie bietet gleich mehrere Vorteile: Kostenersparnis, Rationalisierung, Qualitätssteigerung sowie höhere Arbeitssicherheit und klare Dokumentation.


Das als „Diris 3D Hot“ bezeichnete Verfahren wurde von der österreichischen Firma NextSense aus Graz entwickelt und wird weltweit vertrieben. Die auf der optischen 3-D-Messtechnik beruhende Inspektionsmethode erlaubt die Berechnung eines präzisen Höhenprofils. Dazu wird eine Laserlinie auf ein bewegtes Objekt projiziert. Verschiebungen der Laserlinie durch Änderungen der Oberflächenstruktur werden von mehreren Kameras registriert und mittels photometrischer Berechnungen in 3-D-Koordinaten umgerechnet. Ist das Objekt vollständig unter der Laserlinie entlang geführt worden, erhält man ein komplettes Höhenprofil des Objektes. Dazu Christoph Böhm, Marketing Manager von NextSense: „Unser Verfahren arbeitet dabei völlig kontaktlos und automatisch. Der Kunde erhält 3-D-Information in Echtzeit inklusive die räumliche Tiefe von Produktionsfehlern und eine komplette Dokumentation." Das Verfahren kann somit auch für noch heiße Oberflächen eingesetzt werden, wie sie z. B. bei der Stahlproduktion unmittelbar nach dem Walzen herrschen. Daraus ergeben sich gleich mehrere Vorteile für den Nutzer. Die Fehler werden sehr frühzeitig im Produktionsprozess entdeckt und die Ursachenbeseitigung kann umfangreichere Fehlproduktionen vermeiden. Des Weiteren erlaubt die automatisierte Fehlererkennung auch die Klassifizierung von Fehlern bzw. anderer Oberflächenstrukturen. Dabei beeindruckt die Performance: Einbuchtungen mit einer Tiefe von nur wenigen 1/10 mm werden erkannt – und klassifiziert.

Die Automatisierung der Oberflächeninspektion erlaubt zusätzlich auch eine Verbesserung der Arbeitssicherheit beim Umgang mit über 1000 Grad heißen Metallprodukten, denn anders als die Mitarbeiter halten Kameras der Hitze stand. Ein weiterer, großer Vorteil ist auch die vollständige Dokumentation der Messergebnisse u. a. mit objektiven 3-D-Daten in farbigen Grafiken.

www.nextsense.at


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